Protestaktion gegen Hewlett Packard in Stuttgart

Dann kaufen wir eben keinen HP-Drucker

Viel Verständnis für den Boykott eines Profiteurs von israelischer Apartheid und Unterdrückung der Palästinenser

Die Protestaktion in Stuttgart vor dem Eingang der Königsbaupassagen (Nähe Saturn) am 3. Dezember 2016

Ein eiskalter Samstagnachmittag im Advent, auf den Straßen der Stuttgarter Innenstadt schoben sich die Autos im Schritttempo vorwärts, die Passanten hetzten mit angestrengtem Gesicht von Geschäft zu Geschäft. Wir, 15 AktivistInnen des Stuttgarter Palästinakomitees, mussten uns einiges einfallen lassen, um die Aufmerksamkeit der Einkaufenden auf unser Anliegen zu lenken, einen Konsumentenboykott gegen den multinationalen Konzern HP mit BRD-Zentrale in Böblingen, den Profiteur von israelischer Apartheid und Unterdrückung der Palästinenser.

Mit 2 großen knalligen, mehreren kleineren ebenfalls farbigen Plakaten einem dem Thema entsprechenden gut ausgestatteten Infotisch und angezogen mit den leuchtend roten T-Shirts „Boycott Apartheid − Made in Israel, Viva Palästina“ hatten wir uns vor der zentralen Einkaufspassage am Stuttgarter Schlossplatz postiert. Dort bietet auch eine große Saturn-Filiale zahlreiche Produkte von HP an. Und die Plakate zogen die Blicke tatsächlich auf sich, recht viele nahmen ein Flugblatt mit und schauten sich mit Interesse den Büchertisch an. „Dass Israel die Palästinenser unterdrückt weiß ich, aber was hat HP damit zu tun“, war eine häufige interessierte Frage. Immerhin spielt HP eine wichtige Rolle in der Wirtschaft der Region Stuttgart. Die meisten zeigten dann rasch Verständnis für unser Anliegen und solidarisierten sich sogar damit. „Dann kaufe ich eben keinen HP-Computer“ hörten wir mehrfach als Reaktion auf unsere Erläuterungen. Schüler wollten wissen, worum es genau gehe, ließen sich die Aktion und ihren Hintergrund erklären und nahmen Flugblätter mit. Einige waren in der Eiseskälte sogar bereit, längere Gespräche über die Perspektiven für Palästina zu führen, wobei ein Staat für alle seine Bürger bei diesen Gesprächspartnern mit viel Vorwissen überzeugend wirkte.

Was Antideutsche für einen Unsinn reden
Klar und deutlich

Doch auch die Israellobby hatte unsere Aktion im Vorfeld recherchiert. Die Vorsitzende der Deutsche Israelischen Gesellschaft Stuttgart (DIG) und aktives Mitglied der Stuttgarter antideutschen Gruppe Emanzipation und Frieden Bärbel Illi fotografierte gleich zu Anfang eifrig unsere Gruppe aus dem Eingang der Einkaufspassage heraus. Später fielen uns einige reichlich merkwürdige Gespräche mit scheinbar zufällig vorbei kommenden Passanten auf. Es fing recht harmlos an mit dem durchaus zutreffenden Kommentar, dass Israel die palästinensischen Autonomiegebiete in Gefängnisse verwandelt habe, doch der aufgeregt redende Passant drängte weiter, das sei schlimmer als bei den Nazis. Auf unseren entschiedenen Einwand nahm er diese Behauptung schnell zurück. Der nächste schimpfte auf die US-Amerikaner und bezeichnete diese wiederholt und betont als Untermenschen. Er rannte dann rasch davon, um unseren empörten Einwand ignorieren zu können. Der dritte tischte eine völlig irre Weltverschwörungs-Theorie auf, bei der Rothschildbank und FED eine zentrale Rolle für das Unglück in der Welt spielen sollten.

Doch inzwischen war längst klar, was gespielt wurde und unsere Reaktion entsprechend:
„Du bist ein Antideutscher, du kommst von Emanzipation und Frieden, sonst würdest du nicht so einen Mist erzählen“, antworteten wir. Der so Angesprochene lachte gequält auf, verschwand sofort und der Spuk war glücklicherweise vorbei. Übrigens, die Kommentare dieser Antideutschen waren bei dieser Aktion der einzige Unsinn, den wir zu hören bekamen. Die anderen Passanten äußerten sich in einem sehr menschlichen Sinn verständnisvoll.

 

 

Vollständige Informationen (PDF)

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Infotisch, Plakate und Flugblätter – Protestaktion am 3. Dezember 2016  gegen Hewlett Packard in der Bolzstraße in Stuttgart im Rahmen der deutschlandweiten und internationalen Global BDS Week of Action Against HP.

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